Hells Angels im Polizei-Fokus

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    • Hells Angels im Polizei-Fokus

      Hells Angels im Polizei-Fokus


      Es klingt recht bedauernd, wenn die „Rhein-Lahn-Zeitung“ vom 14.2. ihren Artikel mit dem Satz beginnen läßt: „Nach dem Mammut-Prozess gegen elf Mitglieder der Hells Angels Mainz ist es in Rheinland-Pfalz still geworden um den straff organisierten Motorradclubs, der weltweit immer wieder negative Schlagzeilen macht.“ Sicherlich wäre es den Journalisten lieber, sie hätten wieder was zu berichten.
      Auch im nächsten Absatz Bedauern: Die Polizei mußte sich dem Verwaltungsgericht fügen und beschlagnahmte Colours wieder rausrücken; zudem bestätigte das Urteil, das Tragen der anderen Charters verbotenen Colours gelte nur für jene und nicht für alle MC-Niederlassungen.
      Besonders aufschlußreich ist dann der Kommentar eines zitierten Polizisten zu dem von den Angels gewonnenen Prozeß: „Das ist Taktik bei denen!“ Man weiß nicht so genau, was dieser Satz bedeuten soll, aber er belegt immerhin ein interessantes Verhältnis zum Rechtsstaat.
      Eigentlich, so unterstellt der Artikel, seien die Angels natürlich schon Gangster, nur: „In keinem Großprozess, ob in Hamburg oder Düsseldorf, ist es bisher gelungen, den Höllen?engeln die Bildung einer kriminellen Vereinigung nachzuweisen. Auch in Mainz nicht … Vorausgegangen waren fünf Jahre Ermittlungsarbeit, zwei große Durchsuchungswellen und 15 Festnahmen.“
      Daraus könnte man nun den naheliegenden Schluß ziehen, der MC sei ganz einfach keine kriminelle Vereinigung, nachdem drei Gerichte in Mammutprozessen diesen Tatbestand trotz jahrelanger Ermittlungen nicht für belegbar hielten. Aber so einfach wollte sich das die Reporterin offenbar nicht machen – wäre wohl zu langweilig.
      So zählt sie einerseits alle angeklagten Straftatbestände säuberlich auf, vermerkt auch gleich in der Überschrift „Motorradrocker leben nach eigenen, teils kriminellen Regeln“, andererseits paßt ihr aber auch „der strenge Ehrenkodex“ nicht: „Beispielsweise musste sich ein »Supporter« des Mainzer Charters wegen einer Vergewaltigung vor den Hells-Angels-Vollmitgliedern im Osthofener Clubhaus verantworten …“ Mal wird verbreitet, Mord und Vergewaltigungen gehörten zu den Aufnahmeriten, dann das Gegenteil – ist letztlich ja auch egal.
      Es ist ohnehin kein Wunder bei Leuten, „die mit der bürgerlichen Welt nie viel zu tun hatten“, wie der unter Pseudonym zitierte Polizist weiß: Problemfamilien, kein Schulabschluß, Lehre abgebrochen. Da ein paar Zeilen später davon berichtet werden muß, daß der Presi des Charters Boppard Unternehmer sei und mehrere Mitglieder in seiner Firma beschäftigt, würde selbst dem Dümmsten auffallen, daß das irgendwie ein Widerspruch ist, also wird das zur „Sondersituation“ erklärt.
      Bereits im letzten Heft gaben wir eine Zeitungsmeldung über die Ereignisse in Osnabrück wieder, in der zwischen den Zeilen versucht wurde, Einfluß auf die Szene zu nehmen und den Rockerkrieg ein wenig anzuheizen. Ähnliches versucht der interviewte Polizist auch hier: „Das Charter Mainz hat die HA Deutschland viel Geld gekostet. Der Präsident wird sich bei Bundestreffen danach fragen lassen müssen.“ (Normalerweise liest man derlei im Wirtschaftsteil, wenn die Aktiendividende eines Unternehmens absackt .)
      Der Artikel kam unter anderem von Conni aus Färfeld, Bernd aus Troisdorf und Udo aus Hillscheid.

      Ein Member aus Asperg, gegen den ein Prozeß wegen Drogengeschäften und Einbrüchen lief, wurde laut einer Meldung der „Stuttgarter Zeitung“ vom 1.2. (von Olaf aus Stuttgart) zu einer rund achtjährigen Haftstrafe verurteilt.
      Mordprozeß in Holland


      Quelle: bikersnews.de/AdP.html